Mareike Böth

Dr. Mareike Böth, geb. KohlsMareike Kohls
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Geschichte der Frühen Neuzeit
Universität Kassel
Fachbereich 05- Gesellschaftswissenschaften
Nora-Platiel-Str. 1, Raum 3216
34109 Kassel
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Dissertationsprojekt

Erzählweisen des Selbst. Körper-Wissen und Leib-Praktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722)
(Erstbetreuung: Prof. Dr. Renate Dürr)

Wie kaum ein anderer Quellenkorpus eröffnet die außergewöhnlich umfangreiche Korrespondenz Liselottes von der Pfalz die Möglichkeit, Schreiben als Selbstvergewisserungspraktik zu untersuchen. Diese Funktion wird besonders in der Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Vorstellungen von Krankheit und Gesundheitsbewusstsein deutlich, die die Briefe wie ein roter Faden durchzieht. Mit ihrem ‚Körper-Wissen‘ und ihrer alltäglichen leiblichen Praxis argumentierend positionierte Liselotte sich selbst in ihren Briefen im sozialen Gefüge und in konkreten zwischenmenschlichen Beziehungen. Auf diese Weise stilisierte sie den Körper zum Medium ihres Lebensentwurfes – zum Ausdruck ihrer Auffassungen von kulturräumlichen Differenzen, Geschlechtervorstellungen sowie der ständischen Ordnung.

Body, knowledge and practice: conceptions of identity in the letters of Liselotte von der Pfalz (1652-1722)

The voluminous correspondence of Liselotte von der Pfalz offers an outstanding possibility to study writing as an everyday practice of self-reassurance. This function becomes particularly evident in Liselotte’s examination of bodily issues, her idea, perception and consciousness of illness and health, as these are major threads throughout her letters. Referring to her bodily knowledge and her daily practices Liselotte positioned herself in the social sphere and in concrete interpersonal relationships. In this way her body becomes a medium for her conception of life – an expression for her perception of the different cultural spaces, the gender roles and the social order.

Kurzbiografie

seit 01/2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Kassel

10/2010 – 09/2013 Assoziierte Doktorandin am DFG-Graduiertenkolleg am DFG-Graduiertenkolleg 1599 „Dynamiken von Raum und Geschlecht: entdecken – erobern – erfinden – erzählen“

seit 01/2009 Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes

seit 10/2008 Doktorandin im Fachgebiet Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Kassel

2002 – 2008 Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Kassel

Publikationen

‘Ich handele, also bin ich’. Selbstzeugnisse praxeologisch lesen, in: GWU Sonderheft Selbstzeugnisse, 2016 [eingereicht]

Bodily practices as an expression of individuality in the letters of Liselotte von der Pfalz (1652-1722) in: Form of Individuality and Literaya in the Medieval and Early Modern Periods, hg. v. Franz-Josef Arlinghaus, Turnhout 2015, S. 47-90

Verflochtene Positionierungen. Eine intersektionale Analyse frühneuzeitlicher Selbstbildungsprozesse, in: Intersektionalität und Forschungspraxis. Wechselseitige Herausforderungen (Forum Frauen- und Geschlechterforschung 43), hg. v. Mechthild Bereswill, Folkert Degenring und Sabine Stange, Münster 2015, S. 78-95

… daß mein leib mein seye: Selbstpositionierungsprozesse im Spiegel erzählter Körperpraxis in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722), in: Diskurs – Körper – Artefakte. Historische Praxeologie in der Frühneuzeitforschung, hg. v. Dagmar Freist, (Praktiken der Subjektivierung), Bielefeld 2015, S. 221-242

Erzählweisen des Selbst. Körperpraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722), (Selbstzeugnisse der Neuzeit 24), Köln/Wien/Weimar 2015 [zugl. Diss. phil. Kassel 2013]

Body and individuality in the letters of Liselotte von der Pfalz (1652-1722), in: The ‘I’ between self-reference and hetero-reference. Individuality in the modern and premodern, hg. v. Franz-Josef Arlinghaus, Turnhout 2010

Vorträge

07/2010 “Alles fleisch hatt sich verkehret.” Erzählungen von Sodom und Gomorrha in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722); Vormoderne-Kolloquium, Universität Kassel, 16.07.2010

05/2010 Schreiben über Körper und Geschlecht als subjektive Verarbeitung von Ungleichheit(en) am Beispiel der Briefe Liselottes von der Pfalz (1652-1722); Vortragsreihe der IAG Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Kassel, 28.05.2010

04/2010 Medikale Kulturen im Austausch. Die Briefe Liselottes von der Pfalz (1652-1722) als Medien von Wissenstransfer und Identitätsbildungsprozessen; Vormoderne-Kolloquium, Universität Basel, 28.04.2010

05/2009 Selbstverortung(en) im Spannungsfeld zwischen. Nation–Geschlecht–Stand: Gesundheitspraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722); Tagung: Das ‘ich’ zwischen Selbst- und Fremdreferenz. Individualität in Moderne und Vormoderne. The ‚I’ beetween self-reference and hetero-reference. Individuality in the modern and pre-modern, Universität Bielefeld, 30.05.2009

04/2009 Lebenswelten-Körperwelten: Natur, Medizin und Diätetik in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722); Doktorandenforum der Sudienstiftung des Deutschen Volkes, Bonn, 19.04.2009

12/2008 Frauenkörper in Bewegung – Gender-spezifische Gesundheitspraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1652-1722); Kolloquium des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung, Stuttgart 11.12.2008

Links

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