Kristina Schneider

Kristina Schneider, M.A.Kristina Schneider
Competence Network “Dynamics of Religion in Southeast Asia”
Department of Social and Cultural Anthropology
Georg-August University of Goettingen
Berliner Straße 28
37073 Goettingen
Tel. +49 551 39 20217
E-Mail: kschnei@gwdg.de

Dissertationsprojekt

‘Unity in diversity is not for us’ – Identitäre Verhandlungen und dynamische Positionierungen religiöser Lesbi in Indonesien (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht die soziale Praxis des doing genders von jungen Frauen im gesellschaftlichen Kontext Indonesiens zwischen Pluralisierung und Modernisierung/Globalisierung. Moralische Ordnungen entwerfen Idealvorstellungen von angemessener Weiblichkeit in Verbindung mit Modernität. Diese Diskurse definieren einerseitsFrauen als passiv und zurückhaltend und konstruieren andererseits Ehebruch oder voreheliche Verbindungen als entweder nicht existent oder aber unmoralisch. Jungen Frauen wird daher diskursiv agency abgesprochen und viel der täglichen Praxis der Frauen wird stigmatisiert bzw. moralisiert. Gleichzeitig vermitteln die aktuelle Jugendkultur und populäre junge Medien positive Bilder jugendlicher Romantik und verführerischer Weiblichkeit, so dass die Verhandlung der unterschiedlichen Aspirationen zwischen religiös und moralisch-Sein und modern-Sein zur Gradwanderung des doing genders wird, in der unterschiedliche Aspekte variabel und kaleidoskop-artig zusammen gesetzt werden.
Mein Forschungsprojekt analysiert, welche Vorstellungen und Erwartungen an junge indonesische Frauen in der sozialen Praxis in unterschiedlichen sozialen Räumen und Kontexten (Alltag, medial) herangetragen werden und wie sie ihre gender Position gestalten. Das bedeutet auch die Aushandlungen dieser Frauen der in modernen Diskursen artikulierten Ideale von Weiblichkeit mit nicht den Idealen entsprechenden Vorstellungen von Weiblichkeit zu untersuchen. Außerdem wird analysiert wie diese pluralen Weiblichkeitsvorstellungen in der sozialen, medialen und religiösen Praxis dynamisch verbunden und verhandelt werden. Dabei fokussiere ich die dynamischen Positionierungen und die Machtverhältnisse in den unterschiedlichen Räumen, sowie das Selbstverständnis junger Frauen durch eine multi-lokale und auf die AkteurInnen zentrierte ethnologische Feldforschung. Ziel der Forschung ist dabei, die soziale Praxis der AkteurInnen in konkreten Handlungsräumen zu untersuchen und zu zeigen, wie unterschiedliche gesellschaftliche Akteure mit modernen Werten und resultierenden Vorstellungen und Erwartungen an sie umgehen. Ein weiterer Fokus wird auf die Wirkung von nationalen und lokal relevanten und globalen Diskursen in die soziale Praxis gelegt. Die Analyse des Materials gibt ebenfalls Aufschluss darüber, wie gesellschaftliche Transformationen zwischen Pluralisierung und Modernisierung von jungen Frauen empfunden werden bzw. sich auf sie auswirken.

Kurzbiografie

Seit 02/2012 Wissenschaftliche Hilfskraft, BMBF-Forschungsnetzwerk DORISEA (Dynamiken von Religion in Südost-Asien), Institut für Ethnologie der Georg-August Universität Göttingen

10/2011 – 03/2012 Wissenschaftliche Hilfskraft, AG Geschlechterforschung der Georg-August Universität Göttingen, Konzeption und Durchführung des Master-Seminars ‚Gender und Konsum’

08/2011 Magistraabschluss, Ethnologin, M.A.; Magistraarbeit: (Wie) normale Frauen und Männer? – Konzeptionen von gender und Sexualität in Indonesien; Auszeichnung der Magistraarbeit mit dem Preis für hervorragende Abschlussarbeiten im Bereich der Geschlechterforschung (vergeben von der philosophischen und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen)

04/2007 – 01/2008 Auslandssemester, BIPA Programm, Universitas Udayana, Fakultas Sastra, Bali, Indonesien

05/2007 – 10/2007 Gastdozentin (ehrenamtlich) für Englisch, Universitas Udayana, Fakultas Sastra, Bali, Indonesien

10/2004 – 09/2011 Magisterstudiengang der Ethnologie, Gender Studies und Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen; Schwerpunkte: Geschlechterverhältnisse, Transformationsprozesse und Globalisierung, Modernität und Pluralisierung, Agency, feministische und poststrukturalistische Theorie, gender, Sexualität und Körper

Publikationen

„LGBT in Indonesien – aktuelle Entwicklungen“, in: Südostasien 1/2016. S. 36-38

„Alternate ways of doing gender in social spaces? Über Positio-nierungsprozesse gleichgeschlechtlich liebender Frauen in Indonesien“, in: Sonja Leh-mann/Karina Müller-Wienbergen/Julia Elena Thiel (Hg.): Neue Muster, alte Maschen? In-terdisziplinäre Perspektiven auf die Verschränkungen von Geschlecht und Raum. Bielefeld 2015 (Dynamiken von Raum und Geschlecht Bd. 2), S. 229-249

Vorträge

07/2013 Tagungskommentar der Konferenz Körpertechnologien: ethnografische und gendertheoretische Perspektiven auf die Refigurationen des Körperlichen. 14. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv) – zusammen mit Uta Schirmer

01/2013 We are doing it, not appearing like it – Performing alternate genders in Indonesia’ auf der Konferenz Body – Power – Gender. Rethinking the practice turn. DFG-Netzwerk Praxeologie des Körpers

Lehre

10/2011 – 03/2012 Konzeption und Durchführung des Master-Seminars ‚Gender und Konsum’ an der AG Geschlechterforschung der Georg-August Universität Göttingen

09/2011 Lehrauftrag im Rahmen der LehramtPlus-Bildung der Universität Göttingen, Seminar zum Thema: „Sind alle Jungs laut und alle Mädchen zickig?“ – gendersensible Pädagogik: Die Bedeutung von gender für LehrerInnen und SchülerInnen

Links

http://www.dorisea.de

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