Friederike Maaßen

Friederike MaaßenFriederike Maaßen
Universitätsmedizin Göttingen
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Humboldtallee 36
D-37073 Göttingen
Tel. +49 0551 39 9009
E-Mail: friederike.maassen@medizin.uni-goettingen.de

Schwerpunkte
Gender in der Medizin
Intersexualität
Körperverständnisse und -konzepte in der Medizin
Pflege zwischen Theorie und Praxis

Dissertationsprojekt

„Kinder mit Intersex* als moralische Akteur*innen in der medizinischen Behandlung“
(Erstbetreuung: Prof. Dr. Claudia Wiesemann)

Betrachtet man bisherige bioethische wie soziokulturelle Intersex-Diskurse, so fällt auf, dass lediglich Erwachsene als moralisch handelnde Personen wahrgenommen werden. Kinder als Akteure ihrer geschlechtlichen Identität tauchen, wenn überhaupt, nur am Rand auf. Wie Kinder mit Intersex/DSD sich selbst sehen oder wahrnehmen wurde bisher nicht systematisch untersucht. Entscheidungen über oftmals gravierende Maßnahmen am Körper des Kindes werden von Eltern und Mediziner*innen für das Kind getroffen. Ich gehe der Frage nach, wie sich das Selbst- und Fremdbild von Kindern mit Intersex/DSD in Bezug auf ihren eigenen Körper, aber auch auf gesellschaftlich definierte Räume wie Geschlecht und Kindheit darstellt.

“Children with Intersex* as moral agents in medical treatment.”

So far, bioethical and sociocultural discourses of intersex/DSD exclusively perceive adults as moral agents, whereas children as agents of their own sexual identity are rarely taken into consideration. Children’s personal views of their body or sexual identity when diagnosed with intersex/DSD have not been systematically explored; parents and doctors often make crucial decisions on the child’s body and personal future without consulting the child. Thus, in order to fill this important research gap, my research project focuses on the question of how children with intersex / DSD perceive themselves and relate to their bodies as well as to socially defined areas such as gender and childhood.

Kurzbiografie

10/2016 – 03/2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, UMG der Universität Göttingen

10/2013 – 09/2016 Doktorandin am DFG-Graduiertenkolleg 1599 „Dynamiken von Raum und Geschlecht: entdecken – erobern – erfinden – erzählen“

seit 10/2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Göttingen

09/2013 Master of Arts mit der Arbeit: „Die Rolle von Körperlichkeit bei Diagnose und Therapie des Rektumkarzinoms – Eine qualitative Studie mit Patient*innen“

10/2011 – 09/2013 wissenschaftliche Hilfskraft in der Akademie für Ethik in der Medizin, Göttingen

2011 – 2013 Studium der Geschlechterforschung und Ethnologie, Georg-August-Universität Göttingen

09/2011 Bachelor of Arts mit der Arbeit „Intersexualität – Eine gendertheoretische Analyse mit besonderer Berücksichtigung der Perspektive von Hebammen“

09/2009 – 09/2011 studentische Hilfskraft in der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin und der Akademie für Ethik in der Medizin, Göttingen

2008 – 2011 Studium der Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und Geschlechterforschung, Georg-August-Universität Göttingen

2004 – 2007 Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, Elbe Kliniken Stade Buxtehude

Publikationen

„Mein Körper, mein Geschlecht – meine Entscheidung? Kinder mit Variationen der Geschlechtsentwicklung (DSD) als moralische Akteur*innen in der medizinischen Behandlung“, in: Saskia Gehrmann/Maximilian Schochow/Florian Steger (Hg): Inter* und Trans*identitäten. Ethische, soziale und juristische Aspekte. Gießen 2016, S. 173-188

„Scham, Angst, Ekel. Einflussfaktoren im Umgang mit Kindern mit Inter*? Eine medizinethische Überlegung“, in: männlich-weiblich-zwischen (Blog). 8.5.2016

Vorträge

6/2014 “Kinder mit Intersex*DSD als moralische und geschlechtliche Akteur*innen in der Medizin. Eine medizinethische Perspektive auf ein unerforschtes Terrain.“ BMBF Klausurwoche „Ethische, juristische und soziale Aspekte der sexuellen Identität am Beispiel von Intersexualität und Transsexualität“, Halle (Saale)

10/2012 „Statement of the German Ethics Council on Intersexuality. Ethical Guidelines and Recommendations on Medical Treatment.” XII. Encuentro de personas afectadas de SIA, GrApSIA, Madrid

03/2012 “Der medizinische und soziokulturelle Umgang mit Intersexualität aus Hebammenperspektive” Differenzen – Zur Bedeutung sozialer und kultureller Ungleichheiten in der Biomedizin. 14. Arbeitstreffen des Netzwerks „Gesundheit und Kultur in der volkskundlichen Forschung”, Göttingen

Lehrveranstaltungen

SS 2014 Seminar „Intersex und Ethik“ (Querschnittsbereich „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin im Modul 5.3“); Universitätsmedizin Göttingen

Veranstaltungsorganisation

Tagung „Die Selbstbestimmung des Patienten und die Medizin der Zukunft. Perspektiven einer Medizinethik des 21. Jahrhunderts. Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin 2011 anlässlich ihres 25. Gründungsjubiläums“ in Zusammenarbeit mit der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen und der Forschergruppe „Autonomie und Vertrauen in der modernen Medizin“, Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften, VolkswagenStiftung

Workshop „Medikalisierung des Alterns“ – „Gerontologisierung der Medizin?“ unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Schicktanz und Dr. Mark Schweda, 29.-31.10.2009 in Göttingen

Links

www.egmed.uni-goettingen.de

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