Lina Edith Eckhardt

Lina Edith Eckhardt, M.A.Lina 180 x 270
Gottschalkstr. 12
1. OG Raum 1207
34127 Kassel
Tel. +49 561 804 2771
E-Mail: linaeckhardt@uni-kassel.de

Schwerpunkte
Abweichendes Verhalten
Soziale Kontrolle
Heimerziehung

Dissertationsprojekt

Ordnungen von Raum, Körper und Geschlecht in der Fürsorgeerziehung der 1950er und 1960er Jahre (Erstbetreuung: Prof. Dr. Mechthild Bereswill)

Das Forschungsvorhaben untersucht Fallakten aus der Fürsorgeerziehung der 1950er und 1960er Jahre in einer Einrichtung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Diese Einrichtung, ein geschlossenes Heim für so genannte “schulentlassene” junge Frauen, verstehe ich im Rahmen meiner Untersuchung als totale Institution. Aus den Akten, die erstmalig für Forschungszwecke frei gegeben wurden, werden Hefte, die die Alltagspraxis der Einrichtung aus Sicht der Erzieherinnen dokumentierten, herangezogen. Das zentrale Forschungsinteresse gilt der Frage, welche Maßnahmen und Regeln typisch im „System Heimerziehung“ waren, um die soziale Ordnung herzustellen und diese über Verhaltensbeschreibungen und Körperbeobachtungen der jungen Frauen zu begründen und zu legitimieren. In meinem Promotionsvorhaben möchte ich mich mit einer innerinstitutionellen Perspektive auf die Alltagspraxis in dem Mädchenerziehungsheim beziehen und dabei rekonstruieren, wie die Kategorien Geschlecht, Körper und Raum hergestellt werden und einander bedingen. Die Aufzeichnungen in den Akten gewähren einen Einblick in die restriktive Fürsorgepraxis, die geprägt war von permanenter Kontrolle und Überwachung.

Orders of space, body and gender in the residential care of the 1950s and 1960s

The research project analyses case records of residential care in an institution of the State Social Welfare Organization Hessen from the 1950s to the 1960s in Germany. This closed type of asylum, which was used for young women who had left school, is defined as a total institution within the context of my study. Out of these historical records, I analyse selected files which document everyday practices from the perspective of care workers. These documents have been released for research purposes for the first time. My main research question is to find out which measures and rules were typical in this “system of residential care”. Therefore I analyse how the description of behavior and bodies in these case records maintain and legitimize the social order in a closed asylum. With my dissertation project I take an intra-institutional perspective on the daily practices of a residential care asylum for young women and try to trace back how the categories of gender, body and space were constructed and how they depend on each other. The records provide an insight into a restrictive care practice, which was marked by permanent control and monitoring.

Kurzbiografie

06/2016 – 11/2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Die Hausarbeit geht ihr sehr langsam von der Hand“ – Zuschreibungen von Weiblichkeit und Körper als institutionelle Praxis, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) im Schwerpunkt ‚Dimensionen der Kategorie Geschlecht‘

seit 09/2011 Promotion an der Universität Kassel im Fach Soziologie sozialer Probleme

02/2011 – 05/2013 Koordinatorin des grundständigen Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit, Fachbereich Humanwissenschaften, Universität Kassel

05/2011 Abschluss: Master of Arts

seit 04/2010 Koordinatorin des forschungsorientierten Masterstudiengangs Soziale Arbeit, Fachbereich Humanwissenschaften, Universität Kassel

seit 04/2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Soziologie sozialer Differenzierungen und Soziokultur, Prof. Dr. Mechthild Bereswill, am Fachbereich Humanwissenschaften, Institut für Sozialwesen, Universität Kassel

2007 – 2011 Masterstudium Soziale Arbeit und Lebenslauf an den Fachbereichen Sozialwesen und Humanwissenschaften, Universität Kassel

07/2007 Abschluss: Diplom-Sozialarbeiterin und -Sozialpädagogin

2001 – 2007 Diplomstudium für soziale Berufe am Fachbereich Sozialwesen, Universität Kassel

2001 – 2003 Studium der Fächer Germanistik und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien, Universität Kassel

Publikationen

Ein Raum der Ausgrenzung – Soziale Kontrolle durch Mauern und als institutionelle Praxis im Jugendheim Fuldatal in den Jahren 1953-1973. In: Leitner, Ulrich (Hrsg.): Corpus Intra Muros. Eine Kulturgeschichte räumlich gebildeter Körper. Bielefeld (im Erscheinen 2017)

gemeinsam mit Bereswill, MechthildMüller, Patrik: Die “Personalbeschreibung” als Auftakt der Fallakte in der Heimerziehung. In: Vanja, Christina (Hrsg.): Reichtum der Quellen. Vielfalt der Forschung. 30 Jahre Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, 2016, S. 88-90

gemeinsam mit Dernedde, Christina/Nikoliç, Lilly: Es ist wie es ist. In: Bereswill, Mechthild/Götz, Gabriele Franziska (Hrsg.): Repräsentation und System. Stadt – Sozialer Raum. 2010, S. 55-78

Rezension zu: Preuss, Ulrich (Hrsg.) (2011): Bad Boys – Sick Girls. Geschlecht und dissoziales Verhalten, Berlin. In: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe (ZJJ), 2/2013

Vorträge

11/2016 “Der institutionelle Blick auf junge Frauen in Fürsorgeerziehung” im Rahmen der Veranstaltung “Geschlecht als sensitizing concept im Forschungsprozess”, Universität Kassel

09/2016 “Die Akte in der Fürsorgeerziehung der 1950er und 1060er Jahre – Institutionelle Praxis und biographische Verarbeitungsprozesse” (mit Magdalena Apel), Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Universität Bamberg

10/2015 „ ‘Sie trägt sich mit Entweichungsgedanken’ – Die Analyse von Führungsheften aus dem Mädchenheim Fuldatal in Guxhagen (1953-1973)“, Merxhausen/Bad Emstal

05/2015 Einführungsvortrag und Workshop zur Ausstellung „Heimerziehung 1953 bis 1973 in Einrichtungen des LWV Hessen“ im Rahmen der Fachtagung „Soziale Arbeit – (k)ein Ort der Menschenrechte? Stand der Aufarbeitung und Formen der Vermittlung“, Katholische Stiftungsfachhochschule München/Benediktbeuern

12/2014 „ ‚Sie braucht regelmäßig Kontrolle‘. Ordnungsvorstellungen in der Fürsorgeerziehung der 1950er und 1960er Jahre“ Vortrag im Rahmen der Vortragreihe „Interdisziplinäre Zugänge zu Raum und Geschlecht“, Universität Kassel

07/2014 „Ordnungen von Raum, Körper und Geschlecht in der Fürsorgeerziehung der 1950er und 1960er Jahre“ im Rahmen des Kunst- und Wissenschaftprojektes „Corpus Intra Muros“, Bruneck/Italien

10/2013 „Fürsorgeerziehung in den 1950er und 1960er Jahren – die Unterbringung von Mädchen und Jungen in Einrichtungen des Landeswohlfahrtverbandes Hessen“ (mit Dr. Karen Wagels), Fachtag „Mädchen und Jungen in der Heimerziehung-gestern-heute“, Hochschule Mittweida

Lehre

WS 2016/2017: “Colloquium zur Betreuung der Bachelorarbeit – Fachgebiet Soziologie sozialer Differenzierung und Soziokultur”, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

SS 2016: “Stadt – Gemeinschaftsgarten”, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

WS 2015/2016: “Totale Institutionen”, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

SS 2015: “Mädchen in der Geschichte der Heimerziehung, Bachelor Soziale Arbeit und Kernstudium für die Lehramtsstudiengänge sowie Studienprogramm der IAG Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Kassel

WS 2014/2015: „Kasseler Quartiere“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

SS 2014: „Stadträume entdecken“, Master Soziale Arbeit, Universität Kassel

WS 2013/2014: „Geschlossene Unterbringung“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

WS 2012/2013: „Urban Gardening“, Master Soziale Arbeit (FB01) und Stadt- und Regionalplanung (FB06), und „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten am Beispiel Heimerziehung“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

SS 2012 „Urban Gardening“/“Urban Gardening – ein dOCUMENTA(13) Projekt“ Master Soziale Arbeit (FB01) und Stadt- und Regionalplanung (FB06), Universität Kassel

WS 2011/2012 „Transnationale Migration“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

SS 2011 „Colloquium zur Betreuung der Bachelorarbeit“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

WS 2010/2011 „Colloquium zur Betreuung der Bachelorarbeit“, Bachelor Soziale Arbeit, Universität Kassel

Gremienarbeit und Mitgliedschaften

02/2014 – 11/2016 gewählte Vertreterin der wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen im Studienausschuss des Instituts für Sozialwesen am Fachbereich Humanwissenschaften, Universität Kassel

Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Mitglied der Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Links

Fachgebiet Soziologie sozialer Differenzierung und Soziokultur

dOCUMENTA(13)-Projekt

Weltkunstschau und Wissenschaft: Uni Kassel bei der dOCUMENTA(13)

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