Urania Julia Milevski

Dr. Urania Julia MilevskiJulia Milevski
E-Mail: post@urania-milevski.com

Dissertationsprojekt

Stimme(n) und Räume der Gewalt. Erzähltheoretische Zugänge zu Darstellungen sexualisierter Gewalt in deutschsprachigen Romanen der Gegenwart (Erstbetreuung: Prof. Dr. Nikola Roßbach)

Ziel des Dissertationsprojektes ist es, ein narratologisches Analyseinstrumentarium zu entwickeln, das die spezifischen Wechselwirkungen von Stimme, Raum und Geschlecht innerhalb von Prosatexten des 20. Jahrhunderts in den Blick nimmt.
Dazu wird zunächst der erzähltheoretische Begriff der Stimme anschließend an die Arbeiten von Susan Sniader Lanser und Michail Bachtin rekapituliert und unter gendertheoretischen Gesichtspunkten weiterentwickelt. Raum als Spezifikum einer Narration von sexualisierter Gewalt wird nicht nur auf dessen metaphorischen Gehalt untersucht, sondern zudem in Hinblick auf das korrelierende Verhältnis zu Stimmkonzeption, narrativer Instanz und Geschlecht. Das Korpus, bestehend aus gender-fokussierten Narrationen, die Vergewaltigung thematisieren und damit gleichzeitig ein spezifisches Machtverhältnis abbilden, stellen den Untersuchungsgegenstand dar: Karen Duves “Regenroman”, Elfriede Jelineks “Die Klavierspielerin”, Inka Pareis “Die Schattenboxerin” und andere. Sie werden in einem abschließenden Verfahren nicht nur im Hinblick auf für Vergewaltigungsnarrationen signifikante Stimm- und Raumkonstellationen betrachtet, auch sollen Opfertopoi verneint sowie binäre Geschlechtersystematiken überdacht werden.

Voices and Spaces of Violence in 20th Century Literature – A Narratology of Rape between Gender Studies and Spatial Turn

The aim of this PhD project is to further develop narratological instruments for analyzing “rape narratives” by taking a close look at the interaction between voice, gender and space in specific prose texts of the 20th Century, for example Karen Duve’s “Regenroman”, Elfriede Jelinek’s “Die Klavierspielerin”, Inka Parei’s “Die Schattenboxerin” and others.
The starting point is the concept of voice in the works of Susan Sniader Lanser and Mikhail Bakhtin, which will be enhanced by taking theoretical aspects of gender into account. Space as a characteristic of the narration of sexualized violence and violation will be examined with regard to metaphoric value and the correlation between concepts of voice, narrative authority and gender. The corpus consists of texts representing a specific relation of power between the sexes. These narratives will not only be scrutinized in terms of their significant constellation of voice and space, but also with focus on denying victim topoi and reconsidering binary systems of sex and gender.

Kurzbiografie

10/2010 – 10/2013 Doktorandin am DFG-Graduiertenkolleg 1599 „Dynamiken von Raum und Geschlecht: entdecken – erobern – erfinden – erzählen“

01/2010 – 10/2010 Promotionsstipendiatin der Universität Vechta

09/2008 – 11/2008 Praktikum „Frankfurter Literaturverlag“ – Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

03/2008 – 05/2008 Praktikum „Campus Verlag“ – Lektorat Wissenschaft

12/2007 – 07/2008 Studentische Hilfskraft am Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt

10/2006 – 02/2007 Fremdsprachenassistentin am TEDC Bandung; Indonesien

04/2004 – 10/2009 Studium der Germanistik (Hauptfach), Soziologie (Nebenfach), Politikwissenschaft (Nebenfach) an der TU Darmstadt

04/2003 Abitur am Lina-Hilger-Gymnasium Bad Kreuznach

Publikationen

Monografien

Stimmen und Räume der Gewalt. Vergewaltigung als Thema der Gegenwartsliteratur. Bielefeld: Aisthesis [in Vorbereitung]

Herausgeberschaften

Interpunktion im Spannungsfeld zwischen Norm und stilistischer Freiheit. Literaturwissenschaftliche, sprachdidaktische und linguistische Perspektiven. Hrsg. mit Dr. Miriam Langlotz und Katharina Siedschlag. Frankfurt am Main [in Vorbereitung]

Gender und Genre. Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion. Hrsg. mit Paul Reszke und Felix Woitkowski. Würzburg [in Vorbereitung]

Aufsätze und Artikel

Matthias Altenburg. In: Kleines Kasseler Literaturlexikon. Hrsg. von Nikola Roßbach [in Vorbereitung]

Nataly von Eschstruth. In: Kleines Kasseler Literaturlexikon. Hrsg. von Nikola Roßbach [in Vorbereitung]

(Nicht) So tun, als sei die Welt bestens eingerichtet. Karen Duves Taxi als intermediales Archivierungsprojekt. In: Fräuleinwunder literarisch 2.0. Hrsg. von Christiane Caemmerer, Walter Delabar, Helga Meise. Frankfurt am Main [in Vorbereitung]

Pulp-Fiction am Gardasee? Bodo Kirchhoffs Schundroman zwischen Film und filmischem Erzählen. In: Der Gardasee und die Deutschen: Sprache, Literatur und Kultur. Hrsg. von Nikola Roßbach und Lucia Mor. Frankfurt am Main [im Erscheinen]

Zwischen Lust und Unlust, Wahrheit nackt zu präsentieren. Helmut Kraussers Novellistik als Lektüreempfehlung für das 21. Jahrhundert. In: Was wir lesen sollen. Lektüreempfehlungen für das 21. Jahrhundert. Hrsg. von Stefan Neuhaus und Uta Schaffers. Würzburg [im Erscheinen]

Körper-Raum zwischen Materialität und Metaphorik – Eine erzähltheoretische Vermessung am Beispiel Libuše Moníkovás Eine Schädigung (1981). In: Neue Muster, Alte Maschen? Neue Perspektiven auf die Verschränkungen von Raum und Geschlecht. Hrsg. von Sonja Lehmann, Karina Müller-Wienbergen und Julia-Elena Thiel. Bielefeld 2015, S. 133-153

Vom Nutzen einer Wissenschaft, die im Text Stimmen zu hören vermag und sie zu verstehen sucht. In: Literatur verstehen – wozu eigentlich? 55 Antworten. Hrsg. von Nikola Roßbach. Hamburg 2014, S. 219-226

Männlicher Blick und weibliche Entortung? Heinrich von Kleists Die Marquise von O…(1808) und Inka Pareis Die Schattenboxerin (1999). In: Verorten – Verhandeln – Verkörpern. Interdisziplinäre Analysen zu Raum und Geschlecht. Hrsg. von Silke Förschler, Rebekka Habermas und Nikola Roßbach. Bielefeld 2014, S. 249-274

Räume der Herkunft – Beiträge zur Narratologie und historischen Erzählforschung. Konferenzbericht mit Nele Spiering. In: Zeitschrift für Germanistik 1, 2014, S. 146-149

„Vom Nutzen einer Wissenschaft, die im Text Stimmen zu hören vermag und sie zu verstehen sucht“, in: Nikola Roßbach (Hg.): Literatur verstehen – wozu eigentlich? 55 Antworten. Hamburg 2014, S. 219-226

Vergewaltigung und Vergeltung: Mord als gewaltsame Genese des weiblichen Subjektes. In: Mörderinnen. Künstlerische und mediale Inszenierungen weiblicher Verbrechen. Hrsg. von Hyunseon Lee und Isabel Queipo. Bielefeld 2013, S. 135-160

Die Herrin des Blicks. Strategien der Repräsentation von Raum und Geschlecht in Jelineks und Hanekes Die Klavierspielerin. In: Ultima Ratio? Räume und Zeiten der Gewalt. Hrsg. von Gerhard Scholz und Veronika Schuchter. Würzburg 2013, S. 75-90

Vorträge

02/2012 “Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin und die Herrschaft des Blicks. Visuelle Strategien der Darstellung von Raum und Geschlecht in Roman und Verfilmung.“ Gastvortrag am Institut für Germanistik der Universität Trier

02/2012 „Niemals die Antwort, jedoch immer die Frage – Gender als Analysekategorie der Literaturwissenschaft.“ Gastvortrag am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt

06/2011 “Voices and Spaces of Violence – ‘Rape Readings’ in 20th and 21st Century German Literature between Gender Studies and Spatial Turn.” Project Narrative Summer Institute, Ohio State University, Columbus (USA)

Lehre

04/2011 – 09/2011 Lehrauftrag am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt: „Deutsche Kriminalliteratur“

10/2010 – 03/2010 Lehrauftrag am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt: „Die Novelle – Theorie, Geschichte und Interpretation einer Gattung“

04/2010 – 07/2010 Tutorien am Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Vechta: „Weimarer Klassik“ und „Goethes Lyrik“

10/2008 – 03/2009 Tutorium am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt: „Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft“

Links

www.urania-milevski.com

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